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Performance-Gebühr mit High-Water-Mark-Prinzip einfach erklärt

7. Februar 2024 · Lesezeit etwa 4 Minuten

Das High-Water-Mark-Prinzip ist ein Konzept aus der Finanzwelt, das bei den Gebührenstrukturen von Vermögensverwaltungen oder Fonds zur Anwendung kommen kann. Wir erklären Ihnen den Grundgedanken hinter der erfolgsabhängigen Performance-Gebühr mit High-Water-Mark, verraten die Vor- und Nachteile und zeigen anhand eines konkreten Beispiels, wie sie berechnet wird.

High-Water-Mark als Sicherheitsnetz für Investoren

Das High-Water-Mark-Prinzip ist ein Konzept im Finanzwesen, das sicherstellt, dass Fondsmanager oder Vermögensverwalter eine Erfolgsgebühr nur für neue Gewinne berechnen.

Stellen Sie sich das wie eine Wasserstandsmarke vor: Nur wenn der Fonds einen früheren Höchststand überschreitet, also die „Wassermarke“ steigt, werden Gebühren fällig.

Fällt die Performance unter diese Marke, ist die nächste Gebühr erst wieder fällig, wenn die High-Water-Mark wieder übertroffen wird. Dies schützt Investoren vor der Zahlung von Gebühren für volatile oder inkonsistente Performance und motiviert den Fondsmanager oder Vermögensverwalter, konstant gute Leistung zu erbringen, da er nur dann belohnt wird, wenn er tatsächlich Mehrwert für die Investoren schafft.

Ganz einfach ausgedrückt ist die High-Water-Mark also der höchste Wert, den Ihr Investment je erreicht hat.

Vorteile des High-Water-Mark-Prinzips

Das High-Water-Mark-Prinzip bietet Investoren mehrere Vorteile: Es schützt Sie vor der erneuten Berechnung von Performancegebühren für dieselbe Performance. Dieses Prinzip stellt sicher, dass Gebühren nur auf tatsächliche Gewinne und nicht auf den Ausgleich von Verlusten erhoben werden (mehr dazu im Beispiel).

Zusätzlich fördert es eine faire und leistungsorientierte Vergütungsstruktur zwischen dem Fondsmanager und den Anlegern, was zu einer stärkeren Ausrichtung der Interessen führt. Auch trägt es zur Transparenz bei, indem es eine klare Benchmark für die Berechnung der Performancegebühren setzt. Dadurch können Sie als Anleger die Kosten besser nachvollziehen und sicherstellen, dass nur für echte Wertsteigerungen gezahlt wird.

Insgesamt erhöht das High-Water-Mark-Prinzip die Vertrauenswürdigkeit und Anreizkompatibilität in der Beziehung zwischen Investoren und Fondsmanagern.

Kritikpunkte und mögliche Risiken

Trotz seiner Fairness für Investoren gibt es auch Kritikpunkte am High-Water-Mark-Prinzip.

Ein möglicher Kritikpunkt ist, dass Fondsmanager oder Vermögensverwalter ein höheres Risiko eingehen könnten, um die High-Water-Mark zu überschreiten und so ihre Gebühren zu maximieren. Dies könnte zu einer nicht im Interesse der Anleger liegenden Risikoerhöhung führen.

Zudem besteht die Gefahr, dass Manager bei einem zu weit abgesunkenen Portfoliowert demotiviert werden könnten, da das Erreichen der High-Water-Mark unrealistisch erscheint.

Zu diesen Kritikpunkten soll hinzugefügt werden, dass Vermögensverwalter die vertraglich vereinbarten Anlagerichtlinien strengstens einhalten müssen. Somit ist es ihnen gesetzlich untersagt, ein unerlaubt hohes Risiko einzugehen.

Beispiel: So wird die Performance-Gebühr berechnet

Bei der Estably Modern Value Strategie beträgt die Performance-Gebühr nach dem High-Water-Mark-Prinzip 10 %.

Jahr 1: Ein guter Start

Sie eröffnen ein Depot mit 50.000 €. Bis zum Jahresende vermehren wir Ihr Vermögen auf 55.000 €. Die Differenz von 5.000 € zwischen Einzahlung und Jahresende dient als Basis für die Berechnung der Performance-Gebühr von 10 %. In diesem Fall beträgt die Gebühr 500 € (10 % × 5.000 €).

Ihre High-Water-Mark steht bei 55.000 €.

High-Water-Mark Beispiel, Jahr 1

Abbildung 1: Das Depot steigt von 50.000 € auf 55.000 € – die neue High-Water-Mark

Jahr 2: Ein Rückgang

Das nächste Jahr verläuft etwas schlechter. Der Wert Ihres Depots sinkt von 55.000 € bis zum Jahresende auf 52.000 €. In diesem Jahr verrechnen wir keine Performance-Gebühr.

High-Water-Mark Beispiel, Jahr 2

Abbildung 2: Das Depot fällt unter die High-Water-Mark – keine Performance-Gebühr

Jahr 3: Erholung und neuer Höchststand

In diesem Jahr steigt Ihr Depot nach einer starken Erholung bis zum Jahresende auf einen Wert von 58.000 €. Auf die Erholung von 52.000 € auf 55.000 € (schraffierter Bereich im folgenden Bild) verrechnen wir aufgrund der gespeicherten High-Water-Mark keine Performance-Gebühr.

Vermögensverwaltungen oder Fonds ohne High-Water-Mark würden auch auf diese Erholung eine Performance-Gebühr verrechnen. Dies ist unserer Meinung nach gegenüber Anlegern nicht fair und setzt falsche Anreize, da es Portfolios belohnt, die starken Schwankungen unterliegen.

High-Water-Mark Beispiel, Jahr 3

Abbildung 3: Die Erholung bis zur alten High-Water-Mark bleibt gebührenfrei

Dank der High-Water-Mark verrechnen wir deshalb nur auf den neu geschaffenen Mehrwert von 55.000 € bis 58.000 € die Performance-Gebühr von 10 %. Sie beträgt in diesem Fall 300 € ((58.000 € − 55.000 €) × 10 %).

Die neue High-Water-Mark liegt nun bei 58.000 €.

High-Water-Mark Beispiel, neue High-Water-Mark

Abbildung 4: Gebühr nur auf den neuen Mehrwert, die High-Water-Mark steigt auf 58.000 €

Fazit: Das High-Water-Mark-Prinzip als Instrument zur fairen Leistungsbewertung

Das High-Water-Mark-Prinzip stellt sicher, dass Manager nur dann eine Erfolgsgebühr erhalten, wenn das investierte Kapital über den höchsten erreichten Wert, die sogenannte „High-Water-Mark“, hinauswächst.

Dies motiviert Fondsmanager und Vermögensverwalter, konstant gute Leistungen zu erbringen, und schützt die Investoren vor der Zahlung von Gebühren für mittelmäßige Performance. Anleger zahlen eine Erfolgsbeteiligung nur für tatsächlich neu geschaffenen Mehrwert und vermeiden unnötige Zusatzkosten.

In der Praxis hat sich das High-Water-Mark-Prinzip als Instrument etabliert, das zu einer fairen und leistungsbezogenen Vergütung im Asset-Management führt.

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